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Powerpoint-Präsentation der Schulpflegschaft von der Qualitätssiegelverleihung Schule - Beruf 2006/2008
LANDESELTERNRAT der GESAMTSCHULEN in NW e.V.
Zeitungsbericht vom 4.3. Novellierung des Schulgesetzes muss gekippt werdenKamen. (bu) Rückwärts gewandt, sozial selektiv, realitätsfremd: Das waren noch die freundlichsten Attribute für die Novellierung des Schulgesetzes NRW. Denn die Mitgliederversammlung der Landeselternschaft der Gesamtschulen war sich am Samstag einig über das, was die Landesregierung vorhat: "Diese Novellierung muss gekippt werden!" Was die neue Regierung als "modernstes Bildungssystem" anpreist, fiel bei den deutlich mehr als 250 Gesamtschuleltern in der Studiobühne der Gesamtschule glatt durch. Regelrechter Zorn machte sich bei den Podiumsdebatten zum Thema "Novellierung des Schulgesetzes NRW - Science Fiction oder Steinzeit?" über bindende Schulempfehlungen, zentralen Abschlussprüfungen nach der 10. Klasse, Wegfall des Ganztags für Gesamtschulen, Gesamtschule als Aufbauschule oder Mitbestimmung Luft. Ernsthafte Ängste um die Zukunft der Gesamtschule kamen dabei ebenso zur Sprache wie offene Kampfansagen: "Wir haben schon mal gekämpft - und werden es wieder tun!" Starken Applaus erntete Bürgermeister Hermann Hupe, der bei seinem Grußwort mit Kritik nicht sparte. "Ich will dem Ergebnis nicht vorgreifen", meinte er vieldeutig, "aber Science Fiction ist es sicher nicht!" Anstelle der versprochenen Freiheiten sieht Hupe die Schulen "in ein Schweinerennen" um einen zweifelhaften Wettbewerb geschickt. Die Ergebnisse sämtlicher Studien seien ebenso wenig im Novellierungsentwurf zu entdecken wie die seiner Meinung nach stärker geforderte Unterrichtsmethodik, Lehrerfortbildung für sichere Diagnostik und die Schülerförderung. "Rückschritte sind auch Bewegung", meinte Anette Plümpe als Vorsitzende des Landeselternrates der Gesamtschulen und Organisatorin der Tagung. So war die Stimmung bereits spürbar geladen, bevor sich das Podium mit Vertretern der Lehrer-Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der gemeinnützigen Gemeinschaft Gesamtschule, der LandesschülerInnenvertretung und des Landeselternrats der Gesamtschulen an die konkrete Diskussion machte. Eine glatte Abfuhr gaben alle Beteiligten einstimmig nicht nur den geplanten bindenden Schulempfehlungen zugunsten des Elternwillens. Der vorgesehene Prüfungsunterricht für weiterführende Schulen fiel als "dreitägige Schülergrillen" rettungslos durch. 40 % der Lehrer entscheiden falsch in ihren Gutachten, hieß es aus dem Publikum. Die soziale Auslese werde dadurch nur noch gefördert. Hinter der angedachten zentralen Abschlussprüfung vermutete das Podium gar einen "Generalverdacht gegenüber anderen Schulformen", während das Publikum auf die durchaus positiven Reaktionen der Schüler verwies. Kämpfen will man für den Erhalt des Ganztages in der Gesamtschule. Die Vision von einer mit der Hauptschule fusionierten Gesamtschule als Aufbauschule erntete pure Empörung. Damit sei eine Ideologie verbunden, die andere Schulformen nach dem Motto "spiel nicht mit den Schmuddelkindern" stärken wolle - auf Kosten der Gesamtschul-Oberstufe. Nicht weniger lebhaft dürfte die anschließende interne Diskussion gewesen sein. Dort wollte man nicht nur die einhellige Forderung "wir brauchen eine integrative Schulform für alle!" weiter erörtern, sondern auch konkrete Aktionen gegen die geplante Gesetzesnovellierung besprechen. Die besten Argumente für die Gesamtschule lieferten nach einhelliger Meinung die Schüler selbst mit beeindruckenden Leistungen im Rahmenprogramm - so etwa die AG "Darstellen und Gestalten" mit Schwarzlichttheater oder der "Pausenchor". Infotafeln, geöffnete Klassenzimmer und einer Unterrichtseinheit in der Rechtschreibwerkstatt des neuen Selbstlernzentrums boten zusätzliche Inspiration. © Westfälische Rundschau 05.03.2006 © Bilder: GEK |
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