Gesamtschule Kamen
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Unser Schulprogramm

Das Schulprogramm der Gesamtschule Kamen - Leitbild und Gundbausteine  (Auszug)

(Das komplette Schulprogramm kann unter Service/downloads heruntergeladen werden)

Das Leitbild der Gesamtschule Kamen

  • Die Menschen stärken
  • Orientierung vermitteln
  • Ziele finden
  • gemeinsam Wege beschreiten
  • offen der Zukunft begegnen

Diese Leitidee der Gesamtschule Kamen enthält die Zielformulierung, die für alle Tätigkeiten nach innen und außen Orientierung vermitteln soll. Die Leitidee verweist auf die Chancen, auf die Gestaltungsalternativen und auf das schöpferische Potenzial der Institution. Sie fasst die Grundhaltung unserer Schule zusammen und fußt auf den folgenden Ausführungen, welche die gemeinsame Philosophie der Schule benennen. Sie sind vom Kollegium, der Schüler- und der Elternschaft erarbeitet worden.

Die GE Kamen ist eine Schule für alle jungen Menschen. Hier sollen Schülerinnen und Schüler voneinander und miteinander lernen, sie sollen selbstbewusste, qualifizierte, wertorientierte Erwachsene werden. Deshalb leisten Lehrerinnen und Lehrer in enger Kooperation mit den Elternhäusern verantwortliche Erziehungsarbeit, um die Grundlage für eigenverantwortliches Lernen zu schaffen. Es gehört zum Schulalltag, dass alle aufeinander hören, einander tolerieren und gemeinsame Wege finden. Schüler und Schülerinnen werden zur Übernahme von Verantwortung angeleitet, aber auch in ihrer Emotionalität gestärkt. Der soziale Umgang miteinander, gegenseitige Achtung und gegenseitiger Respekt bestimmen das gemeinsame Schulleben. Daneben trägt die Schule Sorge für eine geschlechtsspezifische Förderung und Persönlichkeitsentwicklung.

Ein förderliches Miteinander schafft die Bedingungen für den Mittelpunkt unseres schulischen Lebens: für einen effektiven Unterricht, für das gemeinsame Lernen. Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler unserer Schule sollen motiviert sein, erfolgreich mit Neuem umzugehen und im Sinne einer Zukunftsorientierung Tag für Tag hinzu zu lernen. Unsere Schule bemüht sich die Grundlagen für ein lebenslanges Lernen zu schaffen. Ganzheitliches Lernen wird gefördert, Formen des projektartigen Lernens werden favorisiert. Lernen steht im Kontext des Denkens, Fühlens und Handelns. Fächerverbindendes Lehren und Lernen und die Vermittlung von Methodenkompetenzen stehen im Vordergrund. Dem Kollegium ist es wichtig, junge Menschen auf Schlüsselqualifikationen vorzubereiten. SchülerInnen sollen durch selbstverantwortliche Lebensplanung und Berufswahlorientierung an eine Berufsausbildung oder ein Studium und damit an den beruflichen Alltag herangeführt werden.

Die Gesamtschule Kamen vermittelt selbstverständlich Kompetenzen im informationstechnischen Bereich. Sie fördert sprachliche Kompetenzen im muttersprachlichen und fremdsprachlichen Bereich. Kreatives Lernen und Lehren nehmen einen breiten Raum ein. Die Anstrengungsbereitschaft des Einzelnen ist dabei die Voraussetzung, unsere Schule zu einem Haus des Lernens zu machen.

Die Schule bietet umfassende Förder- und Forderangebote im sprachlichen, im mathematisch-naturwissenschaftlichen und im künstlerisch-musischen Bereich. Sie setzt dabei sowohl auf die Leistungsbereitschaft des Einzelnen, als auch auf das gemeinschaftliche Lernen in der Gruppe. Individuelle Förderung auf der Grundlage unterschiedlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten ist die Bedingung für gute Schulabschlüsse und erfolgreiche Lebensplanung.

Zum Lernen und Leben in der Schule lädt die Gesamtschule Kamen in ein Gebäude ein, das von einer abgestimmten Raumkonzeption und Farbgestaltung getragen wird. Die Schule versteht sich als ein Raum des Wohlfühlens. Sie stellt einen Ort der friedlichen Zusammenkunft unterschiedlicher Gruppen dar, einen Raum, in dem sich alle wohlfühlen.

Dieser äußere Rahmen stützt die Gesamtschule Kamen in ihrem Selbstverständnis als Schule der Toleranz: Sie hat den Titel Schule ohne Rassismus erworben. Der Mut zur Menschlichkeit prägt den Gedanken des interkulturellen Lernens und Lebens, die Forderung nach freundlicher, höflicher und respektvoller Kommunikation. An unserer Schule lassen wir keinerlei Diskriminierungen zu, die Schule duldet keine Gewalt in physischer, psychischer oder verbaler Form. Alle am Schulleben Beteiligten sollen angstfrei in unser Haus des Lernens kommen können, das nur so auch zum Haus des Wohlfühlens werden kann. Zum gemeinsamen Leben gehören aber auch Konflikte. Ausgebildete Mediatoren tragen zu konstruktiven, gemeinsamen Konfliktlösungen und zum sozialen Lernen an der Schule bei.

Die Zukunftsorientierung und die offene Begegnung mit zukunftsorientierten Forderungen ist der Gesamtschule als Schule im Rahmen der Agenda 21 ein grundsätzliches Anliegen. Nachhaltige Entwicklung steht im Mittelpunkt der Umweltorientierung der Schule. Hier liegt ein Schwerpunkt ihrer Öffnung zum Schulumfeld und der Gestaltung des Schullebens.

Als eine gute Schule sind wir eine lebendige und offene Schule, die enge Kontakte zu außerschulischen Partnern pflegt und mit ihnen gemeinsame Wege beschreitet. Wir pflegen und fordern in unserer Schule schulkulturelles Engagement, das wir auf Stadtebene, Landesebene und auch international präsentieren und austauschen.

Die Leitidee der Gesamtschule Kamen Die Menschen stärken – Orientierung vermitteln – gemeinsam Wege beschreiten – Ziele finden – offen der Zukunft begegnen umfasst drei Kompetenzbereiche, in denen wir gemeinsam unsere Schülerinnen und Schüler stärken.

Wir vermitteln Sach- und Methodenkompetenz: Unsere Schülerinnen und Schüler erwerben Schlüsselqualifikationen, die in Ausbildung, Studium und Beruf gefordert werden: Problemlösungskompetenz, Flexibilität und Kreativität.

Wir vermitteln Sozialkompetenz: Unsere Schülerinnen und Schüler erlernen Teamgeist, Rücksichtnahme und Durchsetzungsvermögen.

Wir vermitteln Selbstkompetenz: Unsere Schülerinnen und Schüler sollen lernen, dass persönliche Anstrengungsbereitschaft zum Erfolg führt und dass scheinbare Grenzen durch konstruktiven Einsatzwillen überwindbar werden. Sie sollen lernen, dass der eigene Lebensentwurf und die individuelle Meinung auch mit den Vorstellungen anderer Menschen gesehen werden müssen.

 

 

Grundbausteine des Schulprogramms

Das gemeinschaftliche Lernen als Mittelpunkt des Schullebens

Effektiver Unterricht motiviert

Um Erfolg versprechende Lernbedingungen zu schaffen, achten wir darauf, dass sich die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer um eine intensive Betreuung der Klassen und um die Vermittlung klarer pädagogischer Regeln bemühen. Entsprechend den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Lern- und Leistungsmöglichkeiten unserer Schülerinnen und Schüler arbeiten wir auf verschiedenen Anforderungsniveaus. Wir suchen durch Vielfalt der Unterrichtsmethoden Lerninteresse zu wecken. Wir berücksichtigen bei der Auswahl der Inhalte, dass Lernen einen Lebens- und Handlungsbezug haben muss. Wir achten darauf, dass das Lernen systematisch eingeübt wird und die dazu notwendigen Arbeitstechniken vermittelt werden (Methoden lernen). Dazu haben wir ein schuleigenes Methodencurriculum entwickelt.

Lernen auf vielen Wegen

Lernen gelingt am besten auf selbstbestimmten und auf gemeinschaftlichen Wegen. Wir bemühen uns, die Schülerinnen und Schüler zu Kooperation, Teamarbeit und Hilfestellung beim Lernen anzuhalten, wie es sich durch Kleingruppenarbeit erreichen lässt. In Phasen fächerverbindenden Lernens und in Projekten werden größere Lernzusammenhänge hergestellt. Neben dem Fachunterricht in der Klasse, in Leistungs- und Wahlpflichtkursen findet Lernen in Neigungskursen statt, in Arbeitsgemeinschaften (AG) und so genannten Zertifikatskursen (ZAG), in denen die Teilnehmer ein außerschulisch verwendbares Zertifikat erwerben. Für die Sammlung der Zertifikate plant die Schule eine anspruchsvoll gestaltete Dokumentenmappe, den so genannten Schul-pass, als Hilfsmittel zur Berufsorientierung anzubieten.

Wir halten selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen für besonders effektiv. Daher haben wir ein Selbstlernzentrum eingerichtet, in dem sich Schülerinnen und Schüler einzeln oder mit Partnern mit Hilfe der neuen Medien eigene Lernzugänge verschaffen.

Lernziele und Lerninhalte sind klar definiert

Lern- und Leistungsbereitschaft hängen entscheidend davon ab, dass wir Ziele des Lernens aufstellen, die transparent sind, dass wir angemessene Wege zeigen, um diese Ziele zu erreichen und motivierende Lerninhalte anbieten. Die so aufgestellten Ziele liefern die Kriterien des Erfolgs und machen dauerhafte Veränderungen möglich. Auf der Grundlage der Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe I (Gesamtschule) sowie der NRW Kernlehrpläne für die Sekundarstufe I für die Fächer Deutsch, Mathematik sowie für die erste Fremdsprache ab Klasse 5 (Englisch) und der Sekundarstufe II (Gymnasium / Gesamtschule) haben wir in den Fachgruppen schuleigene Lehrpläne entwickelt, die eine ständige Überprüfung und Fortschreibung erfahren, um in Anlehnung an die Kernlehrpläne als wesentliches Element eines zeitgemäßen umfassenden Gesamtkonzepts für die Entwicklung und Sicherung der Qualität schulischer Arbeit zu entsprechen.

Zur Umsetzung dieser Vorgaben ist es notwendig, dass die Fachteams die konkreten Vorhaben jahrgangsbezogen in übersichtlicher Form festhalten. Diese Partituren stehen allen am Schulleben Beteiligten zur Verfügung.

Lernstandards müssen überprüfbar sein

Wir stellen uns der Herausforderung, Lernen mit Leistung zu verbinden. Der Weg einer ergebnisorientierten Unterrichtsentwicklung ist durch Parallelarbeiten, Lernstanderhebungen, zentrale Abschlussprüfungen und das Zentralabitur beschrieben (vgl. Schaubild).

Seit dem Schuljahr 1999/2000 sind Parallelarbeiten in allen Schule in NRW verpflichtend. In der Jahrgangsstufe 7 werden für Deutsch, Englisch und Mathematik von den jeweiligen Fachlehrerinnen und Fachlehrer die Parallelarbeiten gemeinsam konzipiert, durchgeführt und ausgewertet. Die Klassenarbeitssätze werden ausgetauscht und „über Kreuz“ korrigiert.

Zu den traditionellen Klassenarbeiten und den Parallelarbeiten sind seit Herbst 2004 landesweite Lernstandserhebungen hinzugetreten. Mit diesen sollen Lehrkräfte die Leistungen ihrer Klassen schulübergreifend einordnen und an ausgewiesenen Anforderungen und Standards messen können.

Die Lernstanderhebungen wurden erstmalig im Schuljahr 2004/2005 im 9. Schuljahr durchgeführt. In enger Zusammen mit dem Landesinstitut für Schule in Soest sind sie durchgeführt worden und die Ergebnisse werden in Arbeitsplänen in den einzelnen Fachschaften aufgenommen und in die schulinternen Lehrpläne eingearbeitet. Im Zeichen einer verstärkten Entwicklung zu mehr Selbstständigkeit der Einzelschule vollzieht sich ein Wandel von einer Input-Orientierung (u.a. durch Richtlinien, detaillierte Lehrpläne, Erlasse, Stundentafeln, Schulbuchzulassungen) zur Output-Orientierung, in der die Lernergebnisse der schulischen Bildungs- und Erziehungsarbeit einen zentralen Stellenwert gewinnen.

Wir orientieren uns an den schulministeriellen Anforderungen zur Vergabe der Schulabschlüsse und definieren entsprechende fachliche Vorgaben, die wir nach beruflichen und schulischen Qualifikationen unterscheiden. Wir stellen uns der Erwartung, dass unsere Schülerinnen und Schüler in allen Fächern lernen, die üblichen Normen der Kommunikation, Ausdrucks- und Rechtschreibregeln einzuhalten. Wir vermitteln Grundkenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit den modernen Medien, mit Computerprogrammen und dem Internet.

Lernen durch Fordern und Fördern

Jeder Schüler, jede Schülerin hat Anspruch auf Lernerfolge. Quellen des Misserfolgs müssen genau diagnostiziert werden, um sie beheben zu können. Deshalb werden schon bei Eintritt in das 5. Schuljahr Lerndefizite ermittelt und Möglichkeiten zu ihrer Aufarbeitung festgelegt. Die Schülerinnen und Schüler werden im Bereich Rechtschreiben und Sprachkompetenz getestet, die Grundfertigkeiten im mathematischen Bereich werden ebenso überprüft wie motorische Fähigkeiten. Die Lehrerteams des Jahrgangs werten die Ergebnisse zusammen mit Experten aus dem Bereich der Schulberatung aus und weisen den Schülern und Schülerinnen besondere Förderkurse in den Fachbereichen Deutsch, Mathematik und Sport zu. Daneben bietet die Schulpsychologin individuelle Förderangebote im Bereich der Legasthenie an.

Die ausgewerteten Ergebnisse aus den Parallelarbeiten des 7. Jahrgangs und den Lernstandserhebungen sind Anlass für die Weiterentwicklung der Forder- und Fördermöglichkeiten für unsere Schülerinnen und Schüler.

In den Jahrgangsstufen 5/6 fordern wir besonders mathematisch-naturwissenschaftlich interessierte Kinder als unsere so genannten Naturwissenschafts-Profis. Mit viel Eifer besuchen diese Kinder ihre Arbeitsgemeinschaften und üben sich praktisch bei Besuchen der Partner-Firma Schering.

Auch im fremdsprachlichen Bereich gibt es Angebote für besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler. Sie werden durch Zusatzangebote im Fach Englisch auf den Bilingualen Unterricht ab Klasse 7 vorbereitet.

Differenzierung ist ebenfalls ein Mittel der Förderung und Forderung. Dazu werden in den Kernfächern Erweiterungskurse gebildet, und zwar in Englisch und Mathematik ab Klasse 7, in Deutsch ab Klasse 8, in Chemie ab Klasse 9.

In den Jahrgangsstufen 9 und 10 sind im Wahlpflichtbereich II Qualifizierungs- und Trainingskurse in Deutsch, Englisch und Mathematik eingerichtet, vor allem zur Vorbereitung auf die Oberstufe. Außerdem fördert die Gesamtschule Kamen in diesem Bereich die beruflichen Qualifikationen der Schülerinnen und Schüler durch Angebote im Fach Bürotechnik, der Arbeit in Schülerfirmen sowie im Bereich Arbeitslehre.In der Jahrgangsstufe 11 wird in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik gezielt auf die Qualifizierungsphase in den Jahrgangsstufen 12 und 13 vorbereitet. Die Förderung erfolgt nach einem integrierten Konzept; die Wochenstundenzahl in den genannten Fächern ist um eine Wochenstunde erhöht.

Schülerinnen und Schüler, die Schwierigkeiten haben, einen Schulabschluss in normalen Regelklassen zu erreichen, können eine besondere Klasse besuchen, die berufliche und schulische Bildung (Betrieb und Schule = BuS) verbindet. In einer kleinen Schülergruppe und durch spezifische Förderung in Schule und Betrieb können diese Schüler zu einem erfolgreichen Hauptschulabschluss geführt werden.

Die Gesamtschule Kamen ermöglicht Bildungsprofile

Unser Ziel ist es, die Bildungsgänge der Schüler entsprechend den Begabungen und Neigungen zu profilieren. Wer sich für den zusätzlichen Unterricht in Englisch entschieden hat, nimmt ab Jahrgangsstufe 7 am Bilingualen Unterricht in einem Sachfach (Erdkunde / Geschichte) teil.

Der mathematisch-naturwissenschaftliche Zusatzkurs kann in Klasse 9 als Wahlpflichtfach fortgesetzt werden.

Ab Klasse 7 bzw. nach dem neuen Schulgesetz von 2005 ab Klasse 6 wird das Wahlpflichtfach Darstellen und Gestalten angeboten, in dem ein künstlerisch-musischer Schwerpunkt gelegt wird.

Die Angebote im Wahlpflichtbereich II werden ab dem Schuljahr 2005/2006 auf der Grundlage des neuen Schulgesetztes neu geregelt.

Das Erlernen von Fremdsprachen ist in der Abfolge Französisch ab 7, Latein ab 9 und Spanisch ab 11 geregelt.

Die Angebote im Wahlpflichtbereich II ab Klasse 9 sind als Bausteine zur beruflichen wie auch zur schulischen Qualifizierung geeignet.

In der Oberstufe wird die Profilbildung mit der Verpflichtung zur Belegung von zwei Sprachen oder zwei Naturwissenschaften fortgesetzt. Das bilinguale Prinzip kann im Unterricht des Faches Geschichte/Sozialwissenschaften fortgesetzt werden. Außerdem steht den Oberstufenschülerinnen und –schülern ein neu eingerichtetes Selbstlernzentrum zur mediengestützten Arbeit zur Verfügung.

In qualifizierenden Arbeitsgemeinschaften (AG) werden Zertifikate erworben. Die Zusammenarbeit mit Institutionen und Firmen (z. B. Schering) dient der Verstärkung der Profile.

Gemeinsame Erziehungsarbeit

Wir erziehen zur Toleranz und sind eine Schule ohne Gewalt

Unsere Schule führt seit 1998 den Titel Schule ohne Rassismus. Damit sind wir zur Beachtung der entsprechenden Regeln verpflichtet, die wir auch in die Schulordnung aufgenommen haben. Jährlich bestätigen wir diese Verpflichtung durch geeignete Veranstaltungen und in Projekt- oder Aktionstagen. Dazu gehört auch das Bemühen, interkulturelles Lernen in fächerverbindenden Projekten zu verstärken.

Zur Einübung gewaltfreier Konfliktregelung haben wir die Streitschlichtung durch Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 institutionalisiert. Die Lehrerschaft hat sich durch Gewaltprävention und Deeskalationstraining fortgebildet. Die Elternschaft trägt durch einen Elternarbeitskreis Sucht und Gewalt zur Gewalt- und Suchtprävention bei. Wir machen uns die Gesundheitsförderung als fachspezifische, fachverbindende und fächerübergreifende Aufgabe zu eigen.

Mit unserer Umweltbildung auf dem Weg zur Agendaschule

Unsere Schule wurde 1999 als Umweltschule in Europa ausgezeichnet. Damit ist der Tatsache Rechnung getragen, dass wir Umweltbildung und Umweltprojekte zu bündeln suchen. Dass wir uns den Prinzipien der Agenda 21 verpflichtet sehen, fällt jedem Besucher der Schule ins Auge, wenn er das Wandbild im Eingangsbereich erblickt, das 2002 entstanden ist und unsere Schule als Agenda-Schule ausweist (www.mural-global.org/L2/dir2A.html /Kamen)

Wir haben die Erziehung zur Nachhaltigkeit, zur Müllvermeidung und Mülltrennung im Auge. Wir beteiligen die Schüler durch Ordnungsdienste an der Sauberhaltung des Schulgebäudes und des Geländes. Wir verstärken umweltgerechtes Verhalten mit Hilfe unserer Ökoexperten, die in festen Umweltteams aktiv sind. Wir empfehlen den Eltern vom Einschulungstag an umweltfreundliche Schulmaterialien, die wir dauerhaft in einem als Schülerfirma geführten Papershop anbieten.

Wir haben am Landeswettbewerb Agenda 21 in der Schule teilgenommen. Projekte zum Krötenschutz und zur Erneuerung und Pflege unseres Biotops sowie die Errichtung eines Zitronenfalterhains haben uns im April 2005 den Titel: „Agenda 21-Schule NRW“ gebracht.

Eine seit dem Schuljahr 2005/2006 eingesetzte schulische Steuergruppe mit dem Arbeitstitel „Schule-Umwelt-Gesundheit“ begleitet die Erziehungsarbeit in diesem Bereich.

Wir achten darauf, dass Grünpflanzen auch in den Räumen gepflegt werden. Wir haben eine Tierhaltung mit entsprechenden Arbeitsgemeinschaften eingerichtet. Wir unterhalten einen Schulgarten und bemühen uns, das Schulgelände ökologisch zu gestalten und zu pflegen. Dazu sind die Außenanlagen teilweise als Route des Regenwassers gestaltet. Teile des Flachdachs sind begrünt. Eine Solar-Energie-Anlage ist im NW-Bereich installiert. Wir arbeiten an der Entwicklung eines Energiesparkonzeptes.

Soziales Lernen in der Ganztagsschule

In unserer Schule treffen Schülerinnen und Schüler verschiedenster Herkunft zusammen. Sie alle sollen sich wohlfühlen. Zusammenleben will geübt sein. Dazu haben wir im Unterricht der Jahrgangsstufen 5 bis 7 eine besondere Stunde verankert: Soziales Lernen (SOL). In enger Zusammenarbeit zwischen Klassenlehrern, Sozialpädagogen und Klassen wird hier besonders intensiv an der Förderung sozialer Kompetenzen gearbeitet.

Das soziale Lernen zieht sich als dominantes Konzept durch die gesamte unterrichtliche und außerunterrichtliche Gestaltung des Schullebens. Alle Lehrerinnen und Lehrer achten auf teamorientierte Sozialformen des Unterrichts in enger Anbindung an das Methodenkonzept der Schule in Verbindung mit den Vorgaben bezüglich zu erreichender Kernkompetenzen, die in den Kernlehrplänen formuliert werden.
Sozial engagierte Schülerinnen und Schüler tragen den Schulsanitätsdienst und unterstützen die Arbeit in den Stufenräumen.

In unserer Schule gelten festgelegte Umgangsnormen, die wir in der Schulordnung festgeschrieben haben. Wir achten darauf, dass auch in den Pausen und beim Mittagsessen soziale Normen eingehalten werden. Die Schulordnung bezieht das Verhalten auf dem Schulgelände, dem Schulumfeld sowie im Schulbus ein.

Wir organisieren Patenschaften zwischen älteren und jüngeren Schülern und haben die entsprechenden Prinzipien in einem Patenschaftskonzept festgeschrieben.

Ausflüge und Klassenfahrten tragen besonders dazu bei, soziales Verhalten einzuüben. Derzeit gibt es Fahrten in den Jahrgängen 6-10 sowie in 11 (Skifahrt) und 12/13 (Studienfahrt). Zu nennen sind hier auch die jährliche Fahrt der Kanu-AG an den Tarn (Frankreich) und der Schüleraustausch mit dem Partnerschulen in England, Schweden, Brandenburg und Polen.

Beratung als förderliche Hilfe in der Persönlichkeitsentwicklung

Alle Fachkräfte der Schule arbeiten mit dem Ziel zusammen, die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler zu fördern. Dazu ist ein Beratungskonzept entstanden, in dem Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer, Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer, Sozialpädagogen und Schulpsychologin sowie die Schulleitung bei Lern-, Verhaltens oder Beziehungproblemen agiert.

In der individuellen Schülerberatung, in Fragen der Leistungsentwicklung, der Schullaufbahn, der Schwerpunktsetzung in den Wahlpflichtbereichen I und II, der Berufs- und Lebensplanung, der Berufs- und Studienwahl arbeiten die Beratungsteams eng mit den Klassenlehrern und Fachlehrern zusammen. Die Eltern werden in den Beratungsprozess eingebunden und an den Planungen und Entscheidungen beteiligt.

Jungen und Mädchen gemeinsam erziehen

Mädchen wie Jungen müssen mit ihrer Geschlechterrolle verantwortlich umgehen lernen. Wir achten bei der Klassen- und Gruppenbildung auf eine ausgewogene Verteilung der Geschlechter.

Wir führen die Beratung zur Berufswahl und Lebensplanung auch unter geschlechtsspezifischen Aspekten durch und realisieren ausgewählte Projekte und Vorhaben getrennt nach Mädchen und Jungen. Wir suchen Sexualerziehung als Fachgrenzen überschreitende Aufgabe zu erfüllen. Wir kooperieren mit Fraueneinrichtungen (KFF, Frauenberatungsstelle, Gleichstellungsbeauftragte, Wildwasser). Wir versuchen auch jungenfördernde Maßnahmen dauerhaft einzurichten. (Näheres in der Broschüre Mädchen- und Jungenförderung).

Schule als Lebensraum – Gestaltung und Öffnung von Schule

Schulkultur wird ganz groß geschrieben

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich bei uns wohlfühlen und sich mit der Schule identifizieren. Dazu trägt die Kultur als Gesamtheit von Ausdrucksformen bei. Um sie bemühen wir uns in unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Bereichen. Neben dem Fachunterricht in Kunst und Musik gibt es das Wahlpflichtangebot Darstellen und Gestalten und die Literaturkurse in der Jahrgangsstufe 12. Sie treten jährlich mit anspruchsvollen Theateraufführungen in Erscheinung. Der vormalige Schulchor Die letzten Heuler besteht außerschulisch weiter, in der Jahrgangsstufe 5/6 hat sich ein neuer Schulchor etabliert. Nach Möglichkeit werden Instrumentalgruppen betreut, die als Schul- oder Stufenband auftreten. Die Angebote der Stadt Kamen zur Schulkultur werden regelmäßig wahrgenommen, insbesondere Theateraufführungen und Workshops, neuerdings in Zusammenarbeit mit Theater total (Bochum).

Die Fachlehrkräfte nehmen an Angeboten der Lehrerfortbildung teil. Der Fachbereich Darstellen und Gestalten stellt seine Ergebnisse an einem Präsentationstag dar. Am Tag der Offenen Tür und bei den städtischen Jugendkulturtagen gibt es regelmäßig Darbietungen von Kunst und Theater. Wir sind dabei, einen jährlichen Schulkulturtag im Wechsel mit besonderen Kulturprogrammen einzurichten. Ausstellungen in Vitrinen und Wandbildern machen die Kunst im Gebäude augenfällig, am Eingang werden die Besucher durch die von einem Kunstkurs erstellte Skulptur und das große unter Beteiligung von Schülerinnen entstandene Wandbild der Aktion Mural Global begrüßt. Die Schule veröffentlicht in jedem Jahr Schreibprodukte einzelner Gruppen und Kurse, z.B. Dokumentationen guter Facharbeiten (des 12. Jahrgangs). Zu besonderen Anlässen publizieren wir Festschriften und Jahrbücher in gedruckter Form. Gelungene Beispiele sind die Publikationen zu Carlo Schmid, zum Wandbild und zu den Partnerschaftsprojekten mit der Gesamtschule Beeskow und dem Liceum Sulecin.

Wir pflegen internationale Kontakte und Schulpartnerschaften

Wir sind uns bewusst, dass Bildung und Erziehung besser gelingt, wenn wir unser Gesichtsfeld, unsere Erfahrungswelt erweitern. Wir haben Partnerschulen im In- und Ausland. Der Schüleraustausch mit einer Schule in England (West Bromwich bei Birmingham; zeitweise auch Garstang bei Preston) ist in den Jahrgangsstufen 8 und 9 fest verankert. Hinzu kommt der Austausch mit Ängelholm in Schweden in den Jahrgangsstufen 10 und 11. Das gilt auch für den Kontakt mit der Gesamtschule in der Partnerstadt Eilat in Israel. Fest etabliert ist die Partnerschaft mit der Albert-Schweitzer-Gesamtschule in Beeskow / Brandenburg und dem Liceum im polnischen Sulecin. Mehrfach wurde diese Partnerschaft, die sich vor allem in Projekten der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung zeigt, vom Bundespräsidenten ausgezeichnet: 1995/96 das Theaterprojekt Weichenstellung, 1997/98 die gesellschaftlich relevanten Projekte Gemeinsam gegen Rassismus und Zukunft ohne Vergessen – Spuren jüdischen Lebens, 1998/99 das Projekt Unsere Landessprache – Sprache im Wandel und 2000/01 das Geschichtsprojekt Am Wendepunkt – Lust auf Neubeginn. Derzeit läuft das Projekt Woher kommen unsere Lieder?. Zusätzlich sind die Schulen bei anderen Gelegenheiten zusammengetroffen, etwa bei einer Theaterwoche Treffen mit Goethe im Oktober 1999 in Sulecin und bei einer Konferenz Schule und Demokratie in Sulecin im März 2001. Die Kollegien der Gesamtschulen Beeskow und Kamen kamen Ende September 2002 in Beeskow zu einem gemeinsamen Pädagogischen Tag zusammen und trafen sich im Herbst 2003 in Kamen. Das ist sicherlich ein Novum in der Schullandschaft.

Eine gute Schule ist eine lebendige und offene Schule, in die jeder Einblick nehmen kann und die sich gerne mit außerschulischen Partnern verbindet. Jährlich und regelmäßig nutzen wir die Gelegenheit, uns entsprechend zu präsentieren. Am Tag der Offenen Tür bieten wir eine umfassende Gesamtpräsentation des Schullebens. Die Einschulungsfeier des neuen 5. Jahrgangs versuchen wir attraktiv zu gestalten. Die Entlassfeiern des 10. Jahrgangs und der Abiturienten werden festlich begangen. Einzelne Jahrgänge organisieren darüber hinaus Feste und Feiern zu verschiedenen Anlässen.

Schulfeste und besondere Jubiläumsfestveranstaltungen (in der Vergangenheit zum 20., 25. und 30. Geburtstag der Schule) sind Höhepunkte des Schullebens. Regelmäßig gibt es Spiel- und Sportveranstaltungen, z.B. am 06.12. das Nikolausschwimmen. Wir arbeiten mit zahlreichen Institutionen zusammen: Kirchen, Polizei, DRK, Frauenberatungsstelle, Arbeitsamt, Versicherungen, Sportvereinen sind unsere Ansprechpartner. Die Zusammenarbeit mit dem DRK hat zur Einrichtung eines Schulsanitätsdienstes geführt, durch den ausgebildete Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse Erste Hilfe in einem schulischen Bereitschaftsdienst praktizieren. Wir öffnen uns der Berufswelt, indem wir Firmen zum Tag der offenen Tür einladen, wenn die Ergebnisse des Betriebspraktikums in der Jahrgangsstufe 9 gezeigt werden. Wir kooperieren mit Unternehmen wie Schering. Wir haben Schülerfirmen eingerichtet.

Die Gesamtschule Kamen auf dem Weg zur transparenten Teamschule

Eine moderne Schule soll eine Teamschule sein

Den Anforderungen an Schule in Gegenwart und Zukunft ist in kooperativen Strukturen am überzeugendsten zu begegnen. Deshalb hat sich die Gesamtschule Kamen als Ziel gesetzt, allen am Schulleben Beteiligten eine Identifikation mit ihrer Schule zu ermöglichen, indem Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer möglichst früh in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, Verantwortung übernehmen und die Zusammenarbeit kooperativ gestalten. Der Teamarbeit auf allen Ebenen kommt immer mehr Bedeutung zu.

Transparenz der Verantwortlichkeiten und Aufgabenbereiche

Damit alle in der Schule in kooperative Prozesse eingebunden werden können, müssen alle Aufgabenbereiche genau definiert und beschrieben werden. Deshalb gibt es an der Gesamtschule Kamen präzise Beschreibungen nicht nur für die Aufgaben der Schulleitung, sondern auch für die Beratungsteams, die Jahrgangsteams, für die Fachbereiche und ihre Vorsitzenden. Alle müssen ihre Arbeitsaufgaben gestalten und nach außen transparent machen.

Der Einzelne findet in diesem gesamten Geflecht seine Stellung mit seinen eigenen Verantwortlichkeiten. Eine schulische Steuergruppe mit dem Arbeitsschwerpunkt „Unterrichtsentwicklung“ orientiert sich in ihrer Arbeit an Organisationsentwicklung, Transparenz und Evaluation als Merkmale der Qualitätssicherung und der Auswertung regelmäßiger Schülerfeedbacks und auch Elternfeedbacks.

Arbeit im Jahrgangsteam

Die Arbeit in Jahrgangsteams ist für unsere Schule grundlegend. Sie bilden die Kernzellen der pädagogischen und curricularen Arbeit auf Jahrgangsebene, denn sie organisieren alle im Jahrgang anstehenden Aufgaben, haben unmittelbaren Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern, stärken gemeinsam Motivation und Identifikation.

Die Beratungstätigkeit in den Jahrgängen wird durch das abteilungsumgreifende Beratungsteam und der didaktischen Leitung koordiniert. Die Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer kooperieren mit der Schulpsychologin und den Sozialpädagogen und tagen regelmäßig wöchentlich in den Abteilungen sowie gemeinsam vierteljährlich, um die Jahrgangsarbeit auch in eine vertikale Verbindung der Schule münden zu lassen.

Eine aktive Elternschaft bringt sich in die Teamarbeit ein

Die Eltern, die uns ihre Kinder anvertrauen, haben Anspruch darauf, die Schule mitzubestimmen. Wir legen großen Wert auf gute Zusammenarbeit mit den Eltern. Zunächst ist es selbstverständlich, dass Eltern an Konferenzen (Schul-, Fach-, Klassenkonferenz), Ausschüssen (wie dem Mensausschuss) und Pädagogischen Tagen bzw. kollegiumsinternen Fortbildungen mitarbeiten. Die Elternpflegschaft ist darüber hinaus sehr aktiv in der Gestaltung eigener Veranstaltungen. Sie organisiert einen Informationsabend der Schulpflegschaft für die Eltern des neuen 5. Jahrgangs, einen Informationsabend für die Eltern des 6. Jahrgangs zu Thema Differenzierung, sie unterhält einen Elternarbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention sowie einen Kreativkreis, der durch Herstellung und Verkauf von Handarbeitsprodukten erheblich zur Finanzierung schulischer Aktivitäten beiträgt. Die Elternschaft steht in regelmäßigem Informationsaustausch mit der Schulleitung und wirkt an außerunterrichtlichen Aktivitäten der Schule mit.


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